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ECONOMIC ANALYSIS OF UNDER-FIVE MORBIDITY, MORTALITY AND HEALTH-SEEKING BEHAVIOUR - EVIDENCE FROM GHANA

Autor(en):

Universität Bonn, 01. Februar 2010
Seiten: 202
Auflage: 1 Aufl.
Sprache: EN
ISBN-10: 3869552417
ISBN-13: 9783869552415

Zugeordnete Fachbereiche:

Wirtschaftswissenschaften

Kategorie:

Dissertation

Bezugsmöglichkeiten

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Kurzbeschreibung

Gesundheit von Mutter und Kind ist und bleibt ein zentrales Thema nationaler sowie
weltweiter Gesundheitspolitik. Mindestens vier der acht Milleniumsziele, welche von 189
Mitgliedern der Vereinten Nationen (UN) im Jahr 2000 eingeführt wurden, haben direkt mit
dem Schutz der Gesundheit von Mutter und Kind zu tun. Entsprechend ist das Ziel dieser
Dissertation, Einblicke in die Gesundheitssituation von Mutter und Kind zu erhalten, indem
drei wesentliche Forschungsfelder in diesem Bereich abgedeckt werden:
Erstens werden Einflussfaktoren auf die Sterblichkeitsrate der unter 5-jährigen
untersucht. Dazu werden Faktoren mit öffentlichem-Gut-Charakter, die mit der angebotenen
Gesundheitsversorgung zusammenhängen, wie Verkehrsinfrastruktur und Anzahl an
Krankenschwestern im Verhältnis zur Bevölkerung, in den Vordergrund gestellt. Es wird
angenommen, dass Zugang zu und Inanspruchnahme von allopathischen
Gesundheitseinrichtungen die Sterblichkeitsrate der unter 5-jährigen senken können.
Zweitens wird die Nachfrage nach bestimmten Gesundheitsdienstleistungen durch
sozioökonomische Faktoren und Faktoren, die die Güte des Gesundheitsangebots
beschreiben, erklärt. In Abhängigkeit von Krankheiten von unter 5-jährigen wird sowohl die
Nachfrage nach verschiedenen Gesundheitseinrichtungen als auch die Zufriedenheit der
Eltern bzw. Erziehungsberechtigten mit diesen untersucht. Heutzutage wird der Abschluss
einer Krankenversicherung als effektiver Mechanismus betrachtet, um die Inanspruchnahme
von geeigneten Gesundheitsdienstleistungen sicherzustellen. Wenn Frauen im gebärfähigen
Alter eine Krankenversicherung abschließen, verbessert sich sowohl ihr eigener
Gesundheitszustand als auch der ihrer Kinder und dadurch sinkt automatisch auch die
Sterblichkeit bei unter 5-jährigen. Daher werden drittens im Rahmen dieser Studie Faktoren
analysiert, die die Entscheidung von Frauen sowie die kollektive Entscheidung eines
Haushalts eine Krankenversicherung abzuschließen, beeinflussen.
Dazu wurden 531 Frauen im Alter von 15 bis 49 Jahren mit mindestens einer
Lebendgeburt zwischen 2002 und 2007 interviewed. Die Auswahl der Frauen erfolgte nach
den Prinzipien einer geschichteten Zufallsstichprobe in drei Distrikten in Ghana. Bei der
Analyse wurde eine Mischung aus „discrete choice“- Modellen und „Duration“-Modellen
verwandt.
Ein parametrisches Weibull-Modell zeigt, dass Faktoren wie pränatale
Gesundheitsvorsorge, Impfen im Kindesalter sowie die Anwendung mit Insektenschutz
behandelter Mosquitonetze einen signifikanten Einfluss besitzen, die Sterblichkeitsrate der
unter 5-jährigen in Ghana zu senken. Angebotsseitige Faktoren wie Krankenschwestern pro
Bevölkerung und Infrastruktur haben einen negativen und statistisch signifikanten Einfluss.
Umgekehrt steigern Mehrlingsgeburten und Geburten ab dem 4. Kind die Sterblichkeitsrate
bei unter 5-jährigen. Haushaltseinkommen hat eine unerwartet positive, aber schwach
ausgeprägte, Auswirkung auf die Sterblichkeit unter 5- jähriger.
Um die Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen bedingt durch Krankheit eines
Kindes zu analysieren, wurde ein multinomiales „Choice“ Modell benutzt. Zusätzlich dazu
wurde ein „Odered logit“-Modell genutzt um die Zufriedenheit mit dem gewählten Anbieter
von Gesundheitsdienstleistungen abzubilden. Die Ergebnisse zeigen, dass
Haushaltseinkommen positiv und signifikant mit der Nachfrage nach privaten
Gesundheitsdienstleistern zusammenhängt. Genau genommen liegt ein quadratischer Effekt
beim Haushaltseinkommen vor. Für die Fälle, dass Mütter ihre Kinder in Apotheken, bei
traditionellen Heilern oder selbst behandelten, war der Einkommenseinfluss weniger stark.
Wartezeiten in der Gesundheitseinrichtung, die hier Opportunitätskosten darstellen, wirken
sich durchgängig negativ auf die Nachfrage nach privater Gesundheitsversorgung, religiöser
Heilung und Selbstbehandlung aus. Besonders hervorzuheben ist aber, dass Faktoren, die
sich auf das Angebot von Gesundheitsdienstleistungen wie z.B. Krankenhausbetten pro
Bevölkerung und Strasseninfrastruktur beziehen, statistisch signifikant die Nachfrage nach
privater Gesundheitsversorgung beeinflussen.
Wenn für andere Einflussfaktoren kontrolliert wurde, sind Haushalte, die private
Gesundheitsdienstleister in Anspruch nehmen, um etwa 12 % zufriedener als Haushalte, die
öffentliche Gesundheitseinrichtungen nutzen. Dieses Ergebnis führt zu der Schlussfolgerung,
dass die Qualität privater Anbieter von Gesundheitsdienstleistungen die von öffentlichen
Anbietern übersteigt. Charakteristiken von Anbietern wie etwa Distanz und Wartezeit
hängen negativ und signifikant mit der Zufriedenheit der Haushalte mit diesen Einrichtungen
zusammen. Mit alternativen Gesundheitseinrichtungen sind die Haushalte weniger
zufrieden. Aus diesen Ergebnissen lässt sich schlussfolgern, dass mit steigender Qualität von
privaten und öffentlichen Gesundheitseinrichtungen eine Tendenz von Selbstbehandlung und
traditionellen/religiösen Behandlungsmethoden hin zu allopathischen Gesundheitsanbietern
besteht.
Das binäre Logit-Modell zeigt, dass Faktoren wie die Verfügbarkeit von
Krankenschwestern und Entfernung signifikante Bestimmungsgründe für die Bereitschaft
darstellen, eine Krankenversicherung abzuschließen. Bei der kollektiven Entscheidung des
Haushalts, eine Krankenversicherung abzuschließen, wurde ein partielles Logit Modell
verwandt. Diese Modell zeigt auf Haushaltsebene, dass sich die Faktoren
Krankenschwestern pro Bevölkerung und Distanz zur nächst gelegenen Einrichtung
konsistent und negativ zur Anzahl der versicherten Haushaltsmitglieder verhalten.
Die Studie kommt eindeutig zu dem Schluss, dass Verbesserungen der Infrastruktur im
Gesundheitsbereich wie geteerte Strassen und direkt mit der Gesundheitseinrichtung
zusammenhängende Faktoren wie Anzahl an Krankenschwestern und Betten, die Nachfrage
nach einer modernen Gesundheitsversorgung steigern werden. Da die gegenwärtige
Infrastruktur (geteerte Strassen) nicht ausreichend ist, sollten die politischen
Entscheidungsträger, die öffentlichen Ausgaben für den Bereich physische und materielle
Infrastruktur erhöhen, um die Kindersterblichkeit der unter 5-jährigen deutlich reduzieren zu
können.

Description

Maternal and child health issues remain central to national and global health policies.
Among the eight Millennium Development Goals (MDGs) that were adopted by the 189
members of the United Nations (UN) in 2000, at least four are directly related to maternal
and child health care. Consequently, this dissertation seeks to provide some insight by
investigating three main areas of maternal and child health concerns. Firstly, we examine the
factors driving the high under-five mortality rate with emphasis on supply side variables
with public goods characteristics such as road infrastructure and nurse-per-population. It is
envisaged that access to and utilization of allopathic care will reduce under-five mortality.
Secondly, the study investigates the socio-economic and supply side factors influencing the
demand for particular health providers’ services. Thus conditional on childhood sickness, we
investigate the type of health facility that parents or caregivers demand for children aged
under-five years and the extent to which consumers are satisfied with health providers. In
recent times, health insurance is considered an effective mechanism for inducing the demand
for appropriate health care. If women in the reproductive age own health insurance, their
own health and that of their children will improve and inherently, a reduction in under-five
mortality. Thirdly, the study also explores the factors influencing a woman’s decision to
participate in health insurance and also investigates the socio-economic determinants of
household’s collective insurance decision.
To achieve the above objectives, 531 women (aged 15-49) who had at least one live
birth between 2002 and 2007 were interviewed using stratified random sampling technique
in three Districts in Ghana between October 2007 and February 2008. Methodologically, a
mix of discrete choice and duration models are employed to address the objectives.
Using the Weibull parametric model; the study reveals that health inputs such as the
utilization of antenatal care, childhood vaccination and Insecticide (mosquito) Treated
Bednets are significant in curbing under-five mortality in Ghana. Supply side inputs
particularly nurse-per-population and road infrastructure were statistically significant and
inversely related to under-five mortality. Conversely, multiple births and higher order births
are positively associated with under-five mortality. Household income had a puzzling
positive relationship with under-five mortality, albeit weakly significant.
In the case of the demand for a given provider’s services conditional on childhood
sickness, multinomial choice model is utilized. In addition, the ordered logit model is used to
investigate the impact of the choice of a given providers’ services on consumer satisfaction
of health care. The study reveals that household income is positively and significantly
related to the demand for private medical care. In fact, the effect of income on private
medical care is quadratic in nature. In the case of mothers who took their children to
pharmacy shops, traditional healers and resorted to self treatment, the impact of income was
less pronounced. Waiting time at the health facility which denotes opportunity cost was
consistently and inversely related to the demand for private medical care, faith healing and
self treatment. More importantly, supply side variables such as hospital-bed-per population
and road infrastructure are significant predictors of the demand for private health care.
After controlling for other covariates, subscribers of private health care are
approximately 12 percentage points more satisfied than those who subscribe to public health
care. This suggests that the quality of care in private health facilities outweighs that of public
health delivery. Provider characteristics particularly distance and waiting time were found to
be inversely and significantly related to consumer satisfaction. In all, there are lower levels
of satisfaction associated with the use of alternative health care providers. An important
policy recommendation of this finding is that there is the tendency for allopathic care to
increase at the expense of self treatment and traditional or faith healing as the quality of both
private and public health care improves over time.
Using binary logit model, the study found that supply side factors particularly health
inputs via availability of nurses and proximity (distance) are significant determinants of a
woman’s propensity to participate in health insurance. In terms of the household collective
insurance decision, the fractional logit model was employed. At the household level, the
study finds that nurse-per-population and distance to the nearest health facility were
consistently and inversely related to the number of household members insured.
The study concludes unequivocally that increasing physical infrastructure such as
tarred roads and health inputs such as nurses and hospital beds will increase the demand for
modern health care and reduce the risk of under-five mortality. Given that the level of
existing physical infrastructure (tarred roads) is inadequate, health care policies should
urgently focus on increasing the level of public spending on physical and material
infrastructure in order to achieve significant reductions in under-five mortality.

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