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Analyse, Vergleich und Perspektiven zur Pflegeausbildung in den europäischen Ländern
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Autor(en):
Universität Göttingen, 20. Oktober 2008
Seiten: 330
Auflage: 1 Aufl.
Sprache: DE
ISBN-10: 3867277729
ISBN-13: 9783867277723
Zugeordnete Fachbereiche:
Sozialwissenschaften
Kategorie:
Dissertation
Bezugsmöglichkeiten
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Kurzbeschreibung
In der vorliegenden Arbeit geht es um die Krankenpflegeausbildung in 15 europäischen Ländern. Es werden in der Hauptsache empirische Befunde dargestellt, die in einer eigenen Untersuchung gewonnen wurden. Analysiert werden die Pflegeausbildung europäischer Länder mit besonderem Schwerpunkt hinsichtlich der Veränderungen in der Ausbildung sowie die Curriculumelemente und ihre Interdependenz. Im Vergleich werden die Ergebnisse aus der Befragung (Expertengespräche und Fragebogen) und der Dokumentenanalyse (umfasst alle Teilprozesse einer Curriculumentwicklung) herangezogen und ein Grundmuster, aus dem sich Trends der Pflegeausbildung ableiten lassen, herausgearbeitet.
Es wird ein Arbeitsmodell (ein erster Ansatz für eine curriculare Konzeption)vorgelegt, das veranschaulichen soll, wie künftige Entwicklungen im Hinblick auf eine europäische Integration der Pflegeausbildung gestaltet werden können. Am Beispiel des Moduls „Erste Hilfe“/„Notfallmedizin“ wird ferner der kompetenzorientierte Ansatz eines Curriculums dargestellt sowie ein konzeptioneller Ansatz von Blended Learning vorgelegt, um beispielhaft zu einer deutlicheren Berücksichtigung der Lernorganisation im Curriculum beizutragen.
Abschließend werden zusammenfassende und perspektivische Überlegungen vorgetragen. Darüber hinaus werden Modelle und Theorien der Pflege, die für die curriculare Entwicklung der untersuchten Ausbildungsdokumente eine Rolle gespielt haben, dargestellt und erläutert. Didaktische Ansätze, die für eine europäische Curriculumentwicklung interessant sein könnten, warden referiert sowie Verfahren und Analyse-Systeme vorgestellt.
Rezensionen
Prof. Dr. Hans-Dieter Haller
Rezension zu:
Heidrun Behrendt, Analyse, Vergleich und Perspektiven zur Pflegeausbildung in den europäischen Ländern, Cuvillier-Verlag, Göttingen 2008
Curriculumtheorie und -entwicklung einerseits und Pflegeausbildung für das Krankenhauswesen andererseits sind die zentralen Themenstellungen dieser Veröffentlichung, der eine Dissertation an der Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Göttingen zugrunde liegt. Sie sollen durch vergleichende und projektive Betrachtung in eine europäische Perspektive gestellt werden.
Dazu wird eine zusammenfassende Darstellung der Situation der Pflegeausbildung in Europa sowie eine ausführliche Würdigung von grundlegenden Modellen und Theorien der Pflege bzw. Pflegewissenschaft vorgelegt. Weiterhin werden bis auf die 1960er und 1970er Jahre zurückgehend Grundformen (Theorien) und Verfahren zur Curriculumentwicklung und
-analyse aufgegriffen und dargestellt, darunter spezielle Kriterien- und Prüflisten, die auch heute noch Verwendung finden können und die auch im weiteren Verlauf dieser Arbeit genutzt worden sind.
Es wird eine eigene Untersuchung zu den Bildungsplänen für den Pflegebereich in den europäischen Ländern vorgelegt. Erfasst wurden 15 Länder durch ausführliche Expertenbefragungen (verantwortliche Personen aus Lehrplan- bzw. Curriculumkommissionen) sowie 13 Länder durch Inspektion ihrer fertigen Lehr- bzw. Ausbildungspläne. Daraus ergibt sich eine umfangreiche Trendanalyse zur Pflegeausbildung in den erfassten europäischen Ländern, die deutlich werden lässt, dass bereits wesentliche Voraussetzungen für eine Konvergenz in der Pflegeausbildung in Europa erkennbar sind, dass aber auch große Unterschiede hinsichtlich einer Kodifizierung der Ziele, Inhalte, Kompetenzbeschreibungen und Empfehlungen zur Lernorganisation bestehen.
Aus den Gemeinsamkeiten oder der Zusammenstellung dessen, was als vereinbar erscheint, stellt Frau Behrendt dann einen konzeptionellen Ansatz für die mögliche Entwicklung eines europäischen Curriculums für die Ausbildung von Krankenschwestern und -pflegern vor, zum einen in Form eines Arbeitsmodells, zum anderen als eine Art Skizze zu wesentlichen und auch speziell neueren Entwicklungen hinsichtlich der Lernorganisation.
Man erkennt eine Reihe von Schwerpunkten und auch von noch offenen Problemen. Wieder bestätigt sich der hohe Grad von Akademisierung im internationalen Vergleich, dem sich Deutschland bislang weitgehend entzogen hat. Es wird schließlich ein Grundtyp von Pflege-curricula herausgearbeitet.
Es ist einerseits ein immenser Dokumentenbestand verarbeitet und in Verbindung mit Expertenaussagen zu einem plastischen Bild der Ausbildungsreformen in der Krankenpflege in den meisten europäischen Ländern zusammengestellt worden. Die Frage nach einer europäischen Perspektive in der Pflegeausbildung konnte so fundiert entwickelt und positiv untermauert werden. Darüber hinaus wurden in verschiedenen Facetten einzelne curriculumtheoretische und didaktische Grundlagen der weiteren Ausbildungsreformen elaboriert dargestellt und können durchweg hohe Plausibilität beanspruchen.
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