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Musikunterricht als Koedukation?
KurzbeschreibungBildungsreform im Westen und Polytechnische Oberschule im Osten schienen die Frage nach Koedukation endgültig beantwortet zu haben: Deutschland hatte mit flächendeckender Koedukation modernisierend nachgeholt, was in z.B. USA und Frankreich längst Standard gewesen war. Dahinter setzten seit den 90ern v.a. feministische Autoren wieder ein Fragezeichen - es wurde spekuliert, Koedukation als "Jungenschule auf für Mädchen", schade v.a. Mädchen. In den letzten Jahren fördern Schulvergleichsstudien empirisch abgesichert wiederum ein anderes Bild zu Tage: "Mädchenschule auch für Jungen" schade v.a. Jungen. Beide Positionen haben ihre "blinden Flecken": Der ersten fehlen überzeugende empirische Daten zur Benachteiligung der Mädchen, der zweiten eine angemessene Theorie. Beides will vorliegende Arbeit liefern. Im ersten Teil wird ein Beitrag zu einer "Theorie der Funktion der Geschlechterdifferenz in edukativen Kontexten" versucht, im zweiten werden empirische Daten zur selben Frage mitgeteilt. Neben einem historischen Abriss und gerechtigkeitstheoretischen Überlegungen werden v.a. (sozio-)biologische, biomusikologische, neurowissenschaftliche, kognitivistische und psychoanalytisch-evolutionspsychologische Diskurse auf der einen Seite sozialsationstheoretisch-konstruktivistischen und philosophisch-spekulativen Diskursen gegenübergestellt. Im praktischen Teil werden die Ergebnisse einer dreijährigen praktischen Geschlechtertrennung und der Kontrollgruppe mitgeteilt und v.a. mit den Verfahren der empirisch-statistischen Sozialforschung ausgewertet. DescriptionThe Bildungsreform in Western and the "polytechnical High School" in Eastern Germany seemed to have answered the question about coeducation or single-sex education once and for all: Germany had caught up with e.g. the US and France, where coeducation had long been normal. Feminist authors questioned that in the 90´s, speculating that coeducation meant "Boys schools for girls, too" (Hurrelmann), disadvantaging the latter. Comparative recent studies show a still different picture: "Girls school for boys, too" disadvantages boys. Both argumentations have their specific "blind spots": The former lack convincing empirical data for the assumption of discrimination of girls, the latter lack an adequate theory. The present study tries to deliver both. In the first theoretical part it tries to make a first contribution to a "functional theory of sex-differences in educational contexts", in the second part it reports empirical data to the same theme. After a historical overview and a consideration of "equality among unequals" (socio-)biological, biomusicological, neuroscientific, cognitivistic and psychoanalytic discourses will be compared to sociological-constructivistic and philosophical-speculative discourses. In the practical part we report the data of a three-year-long gender-separation and discuss them mainly by means of empirical-statistical social sciences. StichwörterKoedukation, empirische Schulforschung, Jungenförderung, Mädchenförderung, gender, Soziobiologie |
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